Vorreiter bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Der Mondi Frantschach GmbH und der Zellstoff Pöls AG wurde noch vor Beginn der Corona-Ausgangsbeschränkungen der Alle!Achtung!-Award der AUVA für beispielhafte Bemühungen um mehr Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz verliehen.

Für ihr Engagement im Bereich der Arbeitssicherheit und ihre gemeinsame Initiative zur Ausbildung „Betrieblicher Arbeitnehmerschutz“ an der HTL Wolfsberg erhielten die Mondi Frantschach GmbH und die Zellstoff Pöls AG je einen ALLE!ACHTUNG!-Award. Im Bild von links nach rechts: Ing. Gerald Klade (Mondi Frantschach GmbH), Ing. Jürgen Strohmeyer (Zellstoff Pöls AG), DI Gottfried Joham (Mondi Frantschach GmbH), DI Dr. Andreas Rauscher, MBA (Zellstoff Pöls AG), Dir. DI Dr. Hannes Weißenbacher (AUVA-Landesstelle Graz), DI Dr. Gernot Riesenhuber (AUVA-Landesstelle Graz) © R. Reichhart

Die Papier- und Zellstoffindustrie zählt zu den heimischen Vorreitern bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.“ Mit dieser Aussage begründet DI Dr. Hannes Weißenbacher, Direktor der AUVA-Landesstelle Graz, die Entscheidung der Jury, den Kärntner Kraftpapierhersteller Mondi Frantschach GmbH und die im Bereich Zellstoff und Kraftpapier tätige steirische Zellstoff Pöls AG mit einem Alle!Achtung!-Award auszuzeichnen.
Mit diesem Preis holt die AUVA Unternehmen, Institutionen und Personen vor den Vorhang, die über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus vorbildliche Arbeit auf den Gebieten Sicherheit und Gesundheit leisten.

Ob in Frantschach …

Beide Betriebe setzen sich intensiv mit der Frage auseinander, wie Arbeitsunfälle weitestgehend zu vermeiden sind und welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um die Gesundheit der Belegschaft zu stärken.

Dass diese Aussage nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, zeigte sich im Rahmen einer Werksführung durch die Kraftpapier-Herstellung in Frantschach. Der Betrieb, der sich bereits seit 130 Jahren am Standort im Kärntner Lavanttal befindet, verarbeitet jährlich rund 1,4 Millionen Kubikmeter Holz zu Sack-Kraft-Papier, Specialty-Kraft-Papier, ungebleichtem Marktzellstoff und Fibromer (spezieller gebleichter Zellstoff). Rund 90 Prozent der Produktion werden in mehr als 60 Länder der Welt exportiert. Der Standort Frantschach gehört heute zum weltweit tätigen Mondi-Konzern, der mit 26.000 Mitarbeitern in mehr als 30 Ländern Produktions- und Vertriebsstandorte unterhält.
Mondi sieht sich – so ist es auch in den verschiedenen Publikationen nachzulesen – als Konzern mit hoher Verantwortung für die Mitarbeiter, die Gesellschaft und den Planeten Erde. In dieser Gesamtverantwortung haben die Prävention von Arbeitsunfällen und die Gesundheit der Beschäftigten ebenso ihren Platz wie der Umweltschutz: Mondi forscht unermüdlich, um ökologisch vernünftige Verpackungslösungen zu entwickeln und damit umweltschädliches Plastik so weit wie nur irgendwie möglich zurückzudrängen.

… oder in Pöls

Umweltschutz und Engagement für den Schutz der Beschäftigten stehen auch bei der Zellstoff Pöls AG im zentralen Fokus. „Qualität, Umweltschutz und Arbeitssicherheit sind in Verbindung mit Risikobeherrschung tragende Säulen unseres integrierten Gesamtmanagementsystems“, heißt es. Die Zellstoff Pöls AG ist nach Eigendefinition einer der größten Hersteller von so­genanntem „elementarchlor-frei gebleichtem (ECF) Langfasersulfatzellstoff“ in Zentral- und Osteuropa mit dem Unternehmenssitz im steirischen Pöls. Auf den integrierten Papiermaschinen wird gebleichtes Kraftpapier erzeugt. Der Zellstoff wird hauptsächlich für hochwertige grafische Papiere, Hygiene-, Verpackungs- und Spezialpapiere verwendet. Starkraft-Kraftpapier findet seinen Einsatz überwiegend in Verpackungs- und Spezialpapieren.

Die Zellstoff Pöls AG ist eine Tochter der international agierenden Heinzel Group, zu der auch die Laakirchen Papier AG, Raubling Papier GmbH (Deutschland) und AS Estonian Cell (Estland) zählen. Der Handelsbereich umfasst mit der Wilfried Heinzel AG ein weltweit tätiges Handelshaus für Zellstoff, Papier und Karton sowie mit der Europapier AG ein renommiertes Papiergroßhandelsunternehmen. Bunzl & Biach ist der größte Altpapierhändler Österreichs und als Großhändler in Zentral- und Osteuropa tätig.
In Pöls werden jährlich 455.000 Tonnen Zellstoff und rund 200.000 Tonnen Papier hergestellt, der Umsatz betrug 2018 324 Millionen Euro.

Interessant ist auch das Engagement der Zellstoff Pöls AG hinsichtlich Umwelt und Ressourcenschonung: Dazu zählen das Ziel einer CO2-neutralen Produktion, zahlreiche Investitionen für effiziente Anlagennutzung und die nachhaltige Nutzung der Bioenergie: Die aus dem Holz gewonnene Bioenergie wird in Form von Strom und Fernwärme in das öffentliche Netz gespeist.

Für die Führungskräfte von morgen

Das Engagement der beiden Unternehmen in Sachen Gesundheit der Beschäftigten und Arbeitnehmerschutz geht weit über die Grenzen des eigenen Werksgeländes hinaus: Die beiden Betriebe, die auch in einer Konkurrenzsituation stehen, arbeiten beispielsweise mit der AUVA auch im Rahmen der ÖZEPA (Österreichische Vereinigung der Zellstoff- und Papierchemiker und -techniker) an einem Projekt „Betrieblicher Arbeitnehmerschutz“ an der HTL Wolfsberg.

Dabei soll den Schülern im Rahmen eines Praxisseminars ein Grundverständnis für Sicherheit und Arbeitnehmerschutz vermittelt werden. Schließlich sind die HTL-Absolventen die zukünftigen Führungskräfte in der Industrie und damit für ihr Personal und dessen Arbeitssicherheit verantwortlich, wie der Geschäftsführer der Mondi Frantschach, DI Gottfried Joham, und der CEO der Zellstoff Pöls AG, DI Dr. Andreas Rauscher, MBA, übereinstimmend betonen. (wh)

Alle!Achtung! Mit diesem Award holt die AUVA Persönlichkeiten, Unternehmen oder ­Schulen vor den Vor­­hang, die besondere Akzente auf dem Gebiet der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz setzen. Bewerben auch Sie sich unter alle-achtung(at)auva.at!