Zurück in den Joballtag

Neue Arbeitsformen gewinnen an Bedeutung und mehr als die Hälfte der Österreicher will eine bessere Work-Life-Balance.

Das zeigen die ersten Ergebnisse des neuen „NEW WORK Corona Barometers“, bei dem rund 2.200 XING-Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden.

Work-Life-Balance, Sicherheit im Job und flexible Home­office-Zeiten sind für viele Österreicher wichtiger denn je. © nito100/iStock

Die Vor- und Nachteile von neuen Arbeitsformen stehen schon lange im Fokus von Personalabteilungen, Arbeitsmedizinern, Führungskräften und Mitarbeitern. Ohne große Wahlmöglichkeiten ist für viele Berufstätige „New Work“ spätestens seit der Krise praktisch über Nacht Realität geworden. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und der Wunsch nach mehr Work-Life-Balance prägen nun den „neuen“ Berufsalltag.
Rund 76 Prozent der Befragten aus Österreich arbeiteten Anfang Mai teilweise oder ausschließlich im Homeoffice. Etwa die Hälfte freut sich laut der Umfrage auf das Arbeiten im Büro. Am meisten vermissen die befragten XING-Mitglieder in allen drei Ländern ihre Kollegen und die sozialen Kontakte im Büro. Die bessere Arbeitsausstattung schätzt nur rund ein Drittel.

Höheres Arbeitspensum

Fast alle Befragten in Österreich – 80 Prozent – sind der Meinung, dass sich die Arbeitswelt und Arbeitsweise in den letzten Wochen verändert hat. Am deutlichsten waren diese Veränderungen bei den flexibleren Arbeitszeiten festzustellen, gefolgt von der schwierigen Trennung zwischen Arbeit und Privatleben. Immerhin für 34 Prozent der Befragten in Österreich hat sich das Arbeits­pensum in den letzten Wochen erhöht. Gering ist der Anteil derjenigen, die im Homeoffice weniger Kontrolle durch die Vorgesetzten zu spüren bekommen haben.
Die Krise hat auch dazu geführt, dass Beschäftigte ihre Jobsituation hinterfragen und ihre Präferenzen neu definieren. Für rund 52 Prozent der Befragten in Österreich ist die Work-Life-Balance wichtiger geworden, an zweiter Stelle steht mit 45 Prozent Zeit für die Familie, dicht gefolgt von Sicherheit im Job und flexiblen Homeoffice-Zeiten. Anders sind die Ergebnisse in der Schweiz: Hier führt zwar auch die Work-Life-Balance das Ranking an, flexible Homeoffice-Zeiten und die Sicherheit im Job sind allerdings wichtiger geworden als Zeit für die Familie.

Gesamtwirtschaftliche Situation bewegt

Die persönliche berufliche Situation hat sich für rund 70 Prozent der Befragten seit Ausbruch der Corona-Krise nicht verändert, wobei der Wert in der Schweiz am höchsten ist, in Österreich mit rund 67 Prozent am niedrigsten.

Befragt nach den Herausforderungen, die die Befragten zurzeit am meisten beschäftigen, liegt die Unsicherheit in Bezug auf die gesamtwirtschaftliche Situation an erster Stelle, gefolgt vom Bedarf nach zuverlässigen Informationen in der aktuellen Situation.
Ihren Arbeitgebern stellen die Befragten durchwegs ein gutes Zeugnis aus, vor allem in Bezug auf die Zusammenarbeit im Team, die Maßnahmen bezüglich der Arbeitssituation sowie den Umgang des Arbeitgebers mit der Situation allgemein.

Weitere Befragungen des Corona-Barometers finden in vierzehntägigem Rhythmus seit Anfang Juni statt.
Dabei soll nicht nur punktuell die Stimmung abgefragt, sondern über mehrere Wochen und Monate ein Eindruck gewonnen werden, wie es den XING-Mitgliedern in und mit der Krise geht sowie eine Evaluierung von „New Work“ stattfinden.
www.new-work.se/de