Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen Jump to sub navigation

Auf Bäume klettern – aber sicher!

Ist das Klettern auf Bäume in Bildungseinrichtungen verboten, steckt meist die Angst der Erwachsenen dahinter, dass ein Unfall passiert. Gleichzeitig wissen wir, wie reizvoll und wichtig das Kletten für Kinder ist, weil es Kraft und Geschicklichkeit trainiert.

Beim Klettern lernen Kinder selbstbestimmtes Handeln und sich mit kalkulierbaren Wagnissen auseinanderzusetzen. Das Klettern auf Bäume in freier Natur bietet außerdem hinsichtlich Bewegungsfähigkeit und Koordination noch einmal eine andere Qualität und Herausforderung als das Klettern auf normierten Spielplatzgeräten.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Spielplatzgeräte wie zum Beispiel Raumnetze sind in der ÖNORM EN 1176-11 geregelt und schaffen somit Rechtssicherheit für die beaufsichtigenden Pädagogen:Pädagoginnen. Ein Baum ist kein normiertes Spielgerät; umso wichtiger ist es, in Analogie zur Spielplatzgerätenorm nachfolgende Überlegungen gemeinsam mit dem gesamten Kollegium anzustellen und im Zuge von Teambesprechungen schriftlich festzuhalten:

Kriterien für die Auswahl des Kletterbaumes

Der für das Klettern ausgewählte Kletterbaum muss frei von Fangstellen sein und einen niedrigen Astansatz bieten. Dieser erleichtert den Einstieg und vor allem auch das Herunterklettern. Rund um den Kletterbaum ist auf einen ausreichenden Freiraum zu achten. In Anlehnung an die ÖNORM EN 1176-11 ist das Klettern durch Kennzeichnung, zum Beispiel mit Flatterband oder durch Entfernen von einzelnen Ästen, auf eine freie Fallhöhe von maximal drei Metern zu begrenzen und mit einem ausreichenden Fallschutz (gemäß ÖNORM EN 1176-1) zu versehen.

Sicherheitsmaßnahmen im Spielbetrieb

Ist der Kletterbaum gemeinsam mit dem gesamten Kollegium ausgesucht, gilt es festzulegen, wie viele Kinder gleichzeitig klettern dürfen. Außerdem werden Kletterregeln aufgestellt. Diese Sicherheitsmaßnahmen sollten in Form von Protokollen oder zum Beispiel im Klassenbuch dokumentiert werden. Ist das Baumklettern in der Bildungseinrichtung erlaubt, muss eine lückenlose Aufsicht durch die Pädagogen:Pädagoginnen, vor allem in den Pausen, sichergestellt werden. Zusätzlich sollten die Kletterregeln partizipativ mit den Kindern erarbeitet und visualisiert werden, etwa auf einem gemeinsam gestalteten Plakat.

Quellen: DGUV 202-022 Außenspielflächen und Spielplatzge­räte; ÖNORM EN 1176 Teil 1 – 11

Wichtige Kletterregeln

  • Beim Klettern wird geschlossenes Schuhwerk getragen, keine Sandalen.
  • Beim Klettern wird weder gedrängelt noch gestoßen oder geschubst.
  • Eng anliegende Kleidung verhindert das Hängenbleiben an Ästen oder Zweigen.
  • Kordeln, Bänder und Ketterl werden vorher abgelegt.
  • Beim Klettern wird kein (Rad-)Helm getragen, es besteht die Gefahr der Strangulation.
  • Wenn es regnet, wird nicht geklettert, denn die Äste sind nass und rutschig.
  • Erwachsene heben die Kinder nicht auf den Baum hinauf.
  • Die Fähigkeit aufzusteigen ist Voraussetzung für das Weiter- und auch wieder Herunterklettern.
  • Wer gegen die Kletterregeln verstößt, darf nicht weiter­klettern.
02-ArtMarie-iStock-538336665.jpg
© ArtMarie/iStock