Mit der Produktion durch den ORF rückte erstmals bei einem österreichischen Großevent die systematische Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Als erste Veranstaltung ihrer Art in Österreich wurde der ESC 2026 nach dem AUVA-Gütesiegel „sicher und gesund arbeiten“ begutachtet und erfolgreich ausgezeichnet.
Präzise abgestimmte Sicherheitskonzepte
Die technische und organisatorische Komplexität des ESC 2026 stellte alle Beteiligten vor außergewöhnliche Herausforderungen. Der Aufbau in der Wiener Stadthalle umfasste mehr als 400 Kettenzüge mit insgesamt rund zehn Kilometern Kettenlänge sowie 80 speziell eingesetzte Hochgeschwindigkeitsseilzüge. Über 100 Tonnen an Bühnen, Licht, Ton und Videotechnik wurden in teils großer Höhe installiert. Die Dimension dieser Infrastruktur verdeutlichte, welche Anforderungen an Planung, Koordination und Sicherheitsmanagement gestellt wurden.
Insbesondere Arbeiten in großen Höhen, zeitkritische Montageprozesse sowie der parallele Einsatz zahlreicher Gewerke erforderten präzise abgestimmte Sicherheitskonzepte. Ziel war es, alle Arbeitsabläufe so zu gestalten, dass Risiken frühzeitig erkannt, minimiert und kontrolliert werden konnten – ohne den engen Produktionszeitplan zu gefährden.
Arbeitssicherheit als gemeinsame Aufgabe
Während des nahezu zweimonatigen Produktionszeitraums arbeiteten bis zu 3.000 Personen aus rund 100 unterschiedlichen internationalen Unternehmen an der Umsetzung des ESC 2026. Darunter befanden sich fixe Mitarbeiter:innen, freie Dienstnehmer:innen, internationale Spezialfirmen sowie kurzfristig eingesetzte Arbeitskräfte. Die Vielfalt der beteiligten Akteure:Akteurinnen machte deutlich, dass Arbeitssicherheit nur als gemeinsame Aufgabe erfolgreich umgesetzt werden kann. Eine zentrale Rolle spielte dabei das ORF-eigene Health & Safety Team. Es war nicht nur für die Koordination der sicherheitsrelevanten Maßnahmen verantwortlich, sondern fungierte auch als verbindende Schnittstelle zwischen Produktion, Technik und externen Partnern. Sicherheitsunterweisungen, klare Kommunikationswege sowie laufende Kontrollen gehörten ebenso zu den Aufgaben wie die kontinuierliche Anpassung der Maßnahmen an sich ändernde Produktionsbedingungen.
Die Begutachtung durch die AUVA ging aufgrund der Veranstaltungsgröße und -vielfalt deutlich über den üblichen Rahmen hinaus. Neben klassischen Kriterien und Anforderungen der Arbeitssicherheit wurden auch spezifische Risiken eines Großevents bewertet. Unter anderem waren dabei die Sicherheit beim Bühnen- und Riggingbau, Arbeiten in großen Höhen, der Umgang mit Pyrotechnik und Spezialeffekten, der Einsatz persönlicher Schutzausrüstung, Notfall- und Evakuierungskonzepte sowie die Zusammenarbeit und Kommunikation mit zahlreichen Partnerfirmen wichtige Themenfelder.
Wegweisendes Referenzprojekt für die Zukunft
Für die AUVA stellt der ESC 2026 ein wegweisendes Referenzprojekt dar. Die dabei gewonnenen Erfahrungen fließen in die Weiterentwicklung des AUVA-Gütesiegels „sicher und gesund arbeiten“ ein. Derzeit wird überlegt, zukünftig ein eigenes AUVA-Gütesiegel im Bereich der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes anzubieten, um auch im Eventbereich Sicherheit und Gesundheit nachhaltig zu verankern. (bp)




