Holzstaub kann Krebs – das sogenannte Adenokarzinom – der Nasenhöhle verursachen, wobei der Tumor häufig von der mittleren Nasenmuschel ausgeht. Das ist ein Bereich, in dem sich Holzstaub besonders leicht ablagert. Die feinen Partikel können den Selbstreinigungsmechanismus der Nasenschleimhaut stören, was zu einer verlängerten Verweildauer des Staubes führt. Dadurch erhöht sich die Kontaktzeit mit potenziell krebserregenden Stoffen. Der Tumor kann sich in die Nasennebenhöhlen, Augenhöhlen und die Schädelbasis ausbreiten. Metastasen sind selten.
Symptome und Krankheitsverlauf
Das Adenokarzinom der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen, die BK 7.5.1, entwickelt sich meist langsam und bleibt lange lokal begrenzt. Erste Symptome sind oft unspezifisch und treten erst spät auf. Dazu zählen etwa eine behinderte Nasenatmung, anhaltender, eventuell blutiger und stinkender Schnupfen, wiederkehrendes Nasenbluten sowie Geruchs- oder Geschmacksveränderung. In fortgeschrittenen Stadien können auch Kopfschmerzen und das Sehen von Doppelbildern auftreten.
Als Behandlung stehen in erster Linie eine Operation, dann Strahlen- und Chemotherapien zur Verfügung. Die Prognose hinsichtlich Überlebens ist gut, jedoch treten häufig nach einer Behandlung neuerliche Tumore auf. Eine lebenslange Kontrolle ist notwendig.
In den Jahren von 2020 bis 2024 wurden 82 Erkrankungen als Berufskrankheit anerkannt. Dabei handelt es sich um Personen aus der holzverarbeitenden Industrie, von denen die meisten als Tischler:innen tätig waren. 92 % der gemeldeten Verdachtsfälle wurden anerkannt. Oft wird erst gemeldet, wenn bereits der Tumor fortgeschritten ist. Deshalb würde eine regelmäßige Untersuchung der Nase eine frühere Diagnose ermöglichen.
Wirksamer Schutz vor Holzstaub
Um die Holzstaubbelastung am Arbeitsplatz so gering wie möglich zu halten, müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden: Holzstäube müssen an der Entstehungsstelle abgesaugt werden. Für alle Holzbearbeitungsmaschinen gibt es eine gesetzliche Absaugpflicht, diese gilt auch für Handmaschinen.
Vor allem Handschleifarbeiten sind sehr staubintensiv, deshalb müssen einerseits die Schleifmaschinen abgesaugt werden – Exzentschleifer werden durch einen Staubsauger abgesaugt – und andererseits muss eine technische Absaugung des Arbeitsbereiches, zum Beispiel durch einen Absaugtisch, eine Schleifwand oder eine Schleifkabine erfolgen. Arbeitsplätze müssen regelmäßig und richtig gereinigt werden. Dies soll vorzugsweise mit saugenden Verfahren erfolgen, trockenes Kehren und Druckluft sind verboten. Bei staubintensiven Arbeiten, zum Beispiel dem Tauschen des Filters, ist geeigneter Atemschutz wie etwa eine FFP2-Halbfiltermaske zu verwenden.
Unterstützung durch die AUVA
Auf der AUVA-Website unter auva.at/holz finden Sie umfassende Informationen und praktische Unterstützung zum Thema Holzstaub, wie Beratungsangebote und Kontakte aus dem AUVA-Präventionsbereich. Auch Publikationen wie „M.plus 911.3 Prüfung und Dokumentation von Absaugeinrichtungen für Holzstaub“ sowie Holzstaubfolder und weitere hilfreiche Materialien stehen zum Download zur Verfügung. (vs / ct)
In den folgenden Ausgaben des Magazins ALLE!ACHTUNG! werden die häufigsten Berufskrankheiten (lt. Berufskrankheiten-Modernisierungs-Gesetz [BGBl. I Nr. 18 / 2024]) beschrieben und erklärt, ebenso die Vorgangsweise bei der Meldung und notwendige Präventionsmaßnahmen.




