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Betriebsblindheit – die „schleichende“ Gefahr in der Arbeitsroutine

Wer lange in einem bestimmten Bereich arbeitet, neigt dazu, mit der Zeit Fehler oder Mängel zu übersehen, die dort auftreten. Vorgänge und Situationen werden nicht mehr neu beurteilt, sondern „weil es immer schon so war“ einfach beibehalten. Um Gefahren- und Unfallstellen zu vermeiden, ist es wichtig, sich der eigenen „Betriebsblindheit“ bewusst zu werden. Folgende Tipps können helfen:

1. Selbstkontrolle/Selbstreflektion

Um Betriebsblindheit vorzubeugen, sollte man die eigene Arbeitssituation und -weise regelmäßig kontrollieren und überprüfen. Stellen Sie sich folgende Frage: „Handle ich nur noch aus der Routine heraus oder hinterfrage ich in regelmäßigen Abständen mein Verhalten?“ Da es schwer ist, sich selbst objektiv einzuschätzen oder zu bewerten, ist es empfehlenswert Kollegen zurate zu ziehen. Gemeinsam können die Räumlichkeiten auf Unfallquellen kontrolliert und das eigene Handeln besser reflektiert werden.

2. Situationen im Team regelmäßig kritisch hinterfragen und reflektieren

Dadurch können Abläufe und Strukturen verändert werden. Wesentliche Fragen, die dabei helfen können: Ist dieses Vorgehen die beste Möglichkeit? Wird etwas nur deshalb so umgesetzt, weil es immer schon so war? Gibt es eine sicherere Alternative?

3. Veränderung zulassen und annehmen

Dies ist einer der entscheidendsten Faktoren. Routinierte Abläufe sind praktisch, geben Sicherheit und sind angenehm, weil man so arbeiten kann, wie man es gewohnt ist. Will man sich die Betriebsblindheit bewusst machen, ist diese Vorgehensweise jedoch kontraproduktiv. Seien Sie die erste Person, die im Team genau diese Punkte anspricht und thematisiert – damit setzen Sie den ersten Schritt, um die Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema zu lenken.

4. Feedback einholen

Besonders Arbeitskollegen können hier einen Blick von außen geben. Gutes, faires und produktives Feedback sollte folgende Punkte berück­sichtigen:

  • Feedback soll konstruktiv sein
  • Feedback soll im Sinne der Vorbeugung von Betriebsblindheit sein
  • Feedback soll das Gegenüber nicht persönlich angreifen
  • Ich-Botschaften formulieren („Mir ist aufgefallen“, „Ich fände es besser, wenn …“, …)
  • Konkrete Tipps aufzeigen
  • Praxisbeispiel

„Betriebsblindheit“ im Sanitärbereich

Lange Zeit wurde ein Frottier-Handtuch zum Abtrocknen verwendet. Da die Kinder mittlerweile ein Papierhandtuch aus dem Spender nutzen, wird die Handtuchhalterung aus Metall nicht mehr benötigt. Nicht nur, dass die Stangen die Kinder daran hindern, einfach zum Papierspender zu gelangen, sind sie zudem in Kopfhöhe angebracht und stellen eine Verletzungsgefahr dar. Die Handtuchhalterung sollte daher unbedingt entfernt werden. Im Gespräch mit der Kindergartenleitung hat sich herausgestellt, dass diese Stangen von allen Beteiligten gar nicht mehr bewusst wahrgenommen wurden.

Tragen auch Sie zu mehr Sicherheit im Kindergarten bei und nehmen Sie das Thema der Betriebsblindheit in Angriff! Unsere AUVA-Präventionsexperten stehen Ihnen gerne zur Seite, um Gefahren und eventuelle „blinde Flecken“ in Ihrer Bildungseinrichtung ans Tageslicht zu bringen.

Info & Kontakt

Mag. Teresa Kerschenbauer, MA
wuv-kindergartenauvaat

 

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© Teresa Kerschenbauer