Nehmen sich betroffene Mitarbeiter:innen einmal Zeit für sich, kommen oft Schuldgefühle auf. Ein hilfreicher Ansatz ist deshalb, Selbstfürsorge als Verantwortung für sich selbst und als notwendigen Erhalt der eigenen Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu sehen, statt diese unter Egoismus einzuordnen. Verantwortung für sich selbst übernehmen bedeutet, die eigenen Bedürfnisse, Ressourcen und Grenzen ernst zu nehmen – nicht erst dann, wenn Körper und Seele Alarm schlagen. Wer dauerhaft für andere da sein möchte, braucht auch die Bereitschaft und das Bewusstsein, für sich selbst Sorge zu tragen. Die eigene Gesundheit ist keine unerschöpfliche Ressource, sondern wertvolles Gut, das Aufmerksamkeit und Pflege benötigt.
Selbstfürsorge ist kein Wellness-Thema, sondern zentraler Teil der Prävention und essenziell für den Erhalt der langfristigen Arbeitsfähigkeit. Verantwortung für andere und Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, sind keine Gegensätze, sondern gehören zusammen. Diese Haltung kann entscheidend für den Erhalt der eigenen Gesundheit sein.
Tipps für mehr Selbstfürsorge
Tipp 1: Stellen Sie sich folgende Fragen: Wodurch schöpfen Sie persönlich Kraft? Was macht Ihnen Freude? Ist es Zeit in der Natur, ein Kaffee mit einer guten Freundin oder Freude am Tanzen?
Werden Sie sich darüber klar, was Ihnen guttut und finden Sie Möglichkeiten der Umsetzung im Alltag.
Häufig werden Gestaltungsspielräume nicht gesehen oder genutzt: Kann das Kind doch länger in der Kinderbetreuung bleiben? Übernimmt jemand anderer aus der Familie oder dem Bekanntenkreis die Alten- oder Kinderbetreuung? Es geht um Zeit für sich und das Auffüllen der eigenen Energiereserven.
Tipp 2: Weg mit dem schlechten Gewissen!
Schuldgefühle verschwinden nicht einfach. Wichtig ist zu verstehen, was dahinter liegt. Prüfen Sie dahinterliegende Annahmen wie: Muss ich immer verfügbar sein? Würde ich anderen die gleichen Maßstäbe auferlegen? Ist Erschöpfung wirklich ein Zeichen von Engagement? Seien Sie liebevoll zu sich selbst. Sind sie erholt und energiegeladen, spürt das Ihr Umfeld.
Tipp 3: Bewegung kann eine hilfreiche Ressource gegen Erschöpfung und Stress sein.
Unser Körper bzw. unser Organismus ist unser Kapital. Je robuster und stärker dieses Kapital ist, umso mehr kann an Belastungen abgefedert werden. Kleine Bewegungsrituale zwischendurch beruhigen das Nervensystem und setzen Energie frei. Zweiminütige Kurzpausen können zu Kraftinseln und kleinen Ressourcenquellen werden. (ms)
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