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Dacharbeiten: Sicher rauf und runter – eine Wegbeschreibung

Arbeiten auf Dächern zählen zu den anspruchsvollsten Tätigkeiten im Bauwesen, nicht nur wegen der Arbeiten in der Höhe, sondern auch wegen des sicheren ­Zugangs. Dieser entscheidet wesentlich über die Risikominimierung. Dacharbeiten beginnen daher mit Planung und gründlicher Evaluierung der Baustelle.

Bereits bei der ersten Besichtigung lässt sich feststellen, welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Neben den eigentlichen Tätigkeiten ist vor allem der Zugang entscheidend. Darauf basierend müssen Beschäftigte gezielt unterwiesen werden. Die BauV (Bauarbeiterschutzverordnung) enthält zahlreiche Vorgaben für sichere Dacharbeiten.

Auswahl geeigneter Zugangsmaßnahmen

Am zuverlässigsten sind Gerüste. Ein Dachfanggerüst schützt bei geneigten Dächern optimal. Ist ein Zugang über das Gebäude nicht möglich, bietet ein Fassadengerüst mit integriertem Aufstieg eine sichere Alternative. Treppentürme eignen sich besonders für Flachdächer und ermöglichen auch begrenzten Materialtransport. Dachluken oder -fenster können ebenfalls genutzt werden, vorausgesetzt eine Absturzsicherung mittels Auffang- oder Rückhaltesystems (PSAgA) und geeignete Anschlagpunkte sind vorhanden. Diese Methode bietet kurze Wege und zusätzliche Sicherungsmöglichkeiten im Gebäudeinneren. Die häufig verwendete Anlegeleiter birgt erhebliche Risiken. Sie muss gegen Umfallen, Wegrutschen oder Verschieben gesichert werden. Trotz Sicherungsmaßnahmen bleibt der Einsatz anspruchsvoll. Unter bestimmten Bedingungen kann eine Hub­arbeitsbühne den Zugang ermöglichen. Die D-A-CH-S-Arbeitsgruppe (Deutschland, Österreich, Schweiz, Südtirol) definiert Ausnahmen, wann ein Übersteigen zulässig ist – das ist hilfreich, wenn andere Zugänge nicht praktikabel sind.

Hilfsleinen und Drohnen

Eine innovative Methode kombiniert eine PSAgA mit einem mitlaufenden Auffangsystem. Das Sicherungsseil steht bereits beim Aufstieg zur Verfügung. Häufig wird es mittels Hilfsleine über das Gebäude geführt. Für größere Höhen werden Wurfbeutelschleudern genutzt, die jedoch Erfahrung und Unterweisung erfordern.
Zunehmend werden Hilfsleinen auch mithilfe von Drohnen positioniert. Dies ermöglicht präziseres Arbeiten, verlangt aber einen Drohnenführerschein und eventuell Genehmigungen. Die Technik ersetzt jedoch weder Schulung noch Kenntnis der Risiken.

Fazit

Dacharbeiten bergen ein erhebliches Unfallrisiko. Sichere Zugänge und wirksame Absturzsicherungen müssen bereits in der Planung berücksichtigt werden. Fehlerhafte oder fehlende Schutzmaßnahmen führen oft zu schweren Unfällen – auch in neuen Branchen wie dem Photovoltaikanlagenbau. Hilfreiche Informationen bieten unter anderem Arbeitsinspektion, AUVA und die D-A-CH-S-Arbeitsgruppe.(en) 

AUVA-Merk­blätter rund um das Thema „Bau“ bit.ly/4sIWmLX

Mehr Informa­tionen und die Angebote der AUVA zu Sicherheit am Bau bit.ly/41BqYDk

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Arbeiten am Dach bergen ein besonderes Risiko für Unfälle, daher müssen sichere Zugänge und Absturzsicherungen schon bei der Planung berücksichtigt werden.
© Sabrewolf / AdobeStock