Freizeitunfälle können den lang ersehnten Sommerurlaub schnell zunichtemachen mit Folgen, die sowohl individuell als auch volkswirtschaftlich erheblich sind. Ob beim gemütlichen Spaziergang, Wandern in den Bergen oder beim Mountainbiken: Laut der KFV-Unfalldatenbank (Kuratorium für Verkehrssicherheit) IDB-Austria verletzten sich im vergangenen Jahr rund 69.200 Menschen bei Freizeitunfällen in den Sommermonaten Juni, Juli und August so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.
„Gerade in den Sommermonaten sind viele Menschen in ihrer Freizeit entspannter unterwegs, dadurch werden Unfallrisiken jedoch oft unterschätzt. Unfälle können nicht nur gesundheitlich, sondern auch organisatorisch und finanziell rasch zur Belastung werden. Denn im Ausland gelten oft andere Regelungen und die medizinische Versorgung ist teilweise nicht mit österreichischen Standards vergleichbar“, sagt KFV-Direktor Christian Schimanofsky. Rund 44 Prozent der Freizeitunfälle im Sommer passieren beim Sport. Die unfallträchtigste Sportart in diesen Monaten ist Fußball, dabei verletzen sich durchschnittlich 8.700 Menschen. Beim Wandern bzw. Klettern sind es rund 5.300 Verletzte, beim Tennis oder Tischtennis 2.200 und beim Mountainbiken 2.000 Verletzte.
Hitze als zunehmende Unfallgefahr
Zusätzlich zu den klassischen Unfallrisiken rückt der Faktor Hitze immer stärker in den Fokus. Die Zahl der Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen und hohe Temperaturen belasten den Körper massiv. Die Folge sind schneller auftretende Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und ein dadurch erhöhtes Unfallrisiko. Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie Personen mit Vorerkrankungen – aber auch sportlich Aktive.
„Selbst in den Bergen kann es trotz kühlerer Luft und ausreichendem Trinken zu Überhitzung kommen. Die Körperkerntemperatur kann bei intensiver körperlicher Belastung auf über 41 Grad steigen, das ist ein lebensgefährlicher Zustand“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schobersberger, Leiter des Instituts für Sport-, Alpinmedizin & Gesundheitstourismus. Während andere Länder bereits umfassende Hitzekonzepte etabliert haben, fehlt es hierzulande bislang weitgehend an entsprechenden Strategien. (rh)
Tipps zur Vermeidung von Unfällen in der Freizeit
Vorsichtsmaßnahmen beim Sport: Gute Vorbereitung, passende Ausrüstung und realistische Selbsteinschätzung sind entscheidend.
Warnsignale bei Hitze ernst nehmen: Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit können erste Anzeichen einer Überlastung durch Hitze sein. In solchen Fällen sollte die Aktivität sofort beendet, Schatten aufgesucht und ausreichend getrunken werden. Verschlechtern sich die Symptome oder treten Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme auf, ist rasche medizinische Hilfe erforderlich.
Regelungen im Ausland vorab prüfen: In beliebten Urlaubsländern gelten teils andere Vorschriften und Sicherheitsstandards.
So gilt in Spanien eine Helmpflicht für Radfahrende, unabhängig vom Alter.
Ausreichend trinken: Vor und während sportlicher Aktivitäten sollte auf eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.
Sport möglichst in kühlere Tageszeiten verlegen: Körperliche Aktivitäten sollten an heißen Tagen bevorzugt in den Morgen- oder Abendstunden stattfinden. Die intensive Mittagshitze sollte möglichst vermieden werden.





