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Häuslicher Gewalt keine Chance geben

Die AUVA hat sich kürzlich der weltweiten UN-Kampagne „Orange the World“ angeschlossen und damit das Thema Gewalt an Frauen neuerlich in das öffentliche Bewusstsein gerückt.

Weltweit ist jede dritte Frau von Gewalt betroffen. In Österreich erfährt jede fünfte Frau ab ihrem 15. Lebensjahr psychische, physische oder sexuelle Gewalt. Nach wie vor zählt Gewalt an Frauen zu einer der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen. Covid-19 hat die Problematik weiter verschärft. Die UN-Kampagne „Orange The World“ nimmt sich jährlich dieses Themas an und setzt ein Zeichen zur Sichtbarmachung und Enttabuisierung. „Für Gewalt an Frauen gibt es keine Toleranz“, stellt Mag. Jan Pazourek, Generaldirektor-Stellvertreter der AUVA, fest und macht auf die wichtige Rolle des Gesundheitspersonals aufmerksam. „Ärzte:Ärztinnen sowie Pflegepersonen sind in vielen Fällen die Einzigen, die Auswirkungen von Gewalt in Form von Verletzungen erkennen und rasch helfen können“, betont Pazourek.

Nicht wegschauen!

Auf Initiative der Gleichbehandlungsbeauftragten der AUVA, DGKP Larissa Kornfeld, UGP, engagiert sich die AUVA – nicht nur im Kampagnenzeitraum. „Gut geschultes und sensibilisiertes Personal nimmt eine Schlüsselrolle ein, denn oft ist es nicht so einfach erkennbar, ob Verletzungen aufgrund von Gewalteinwirkung oder aufgrund eines Unfalls passiert sind“, beschreibt Dr. Irene Tambornino, Ärztliche Direktor-Stellvertreterin der AUVA, den Alltag in den AUVA-Spitälern. Betroffene versuchen meist, selbst das Thema kleinzuhalten. „Das Ansprechen eines Gewaltverdachtes erfordert Einfühlungsvermögen und einen sensiblen Umgang mit den Betroffenen. Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Mitarbeitenden bewusst hinschauen, gewaltbedingte Verletzungen erkennen und verantwortungsvoll handeln“, so Tambornino. Dafür arbeitet die AUVA mit Gewaltschutzeinrichtungen in den Ländern und Opferschutzgruppen anderer Träger zusammen, um Betroffenen nach medizinischer Versorgung weitere psychosoziale und rechtliche Unterstützung anbieten zu können. „Neben der hohen Bedeutung des Engagements jedes:jeder Einzelnen ist es auch ein Ziel der AUVA, eine Führungsrolle in Österreich bei der Umsetzung derartiger Konzepte zu übernehmen, zur Enttabuisierung des Themas beizutragen und unser Wissen im Sinne unserer Vorbildfunktion auch an andere Einrichtungen weiterzugeben“, beschreibt Dr. Roland Frank, Ärztlicher Direktor der AUVA, das Engagement gemeinsam mit der Gesellschaft der Gutachterärzte sowie der österreichischen Bundesregierung, häusliche Gewalt zu bekämpfen. „Dabei kommt es auch darauf an, dass wir bei der Erstellung von Befunden so sorgfältig wie möglich arbeiten, Verletzungen bestmöglich beschreiben sowie dokumentieren und uns nicht mit Ausreden über den vermeintlichen Unfallhergang der Verletzungen bei Frauen zufriedengeben“, sagt der Ärztliche Direktor. Die AUVA ist in puncto Dokumentation Vorbild für viele andere Spitäler, damit Krankengeschichten im Bedarfsfall als Beweis für häusliche Gewalt gegen eine Frau herangezogen werden können. Bei Vorliegen entsprechend eindeutiger Indizien von häuslicher Gewalt muss die notwendige Hilfe im Krankenhaus angeboten werden. (rh)

Eine Frau zeigt die Handgeste für Stopp
Beim Erkennen von Gewalt und der raschen Hilfe ist das Gesundheitspersonal gefordert.
© khosrork/AdobeStock