Wer keinen vollen Zugang zu Arbeitsmitteln oder Arbeitsstätten hat, kann die eigene Leistung nicht abrufen. Barrierefreiheit ist daher Grundvoraussetzung für Inklusion und zahlt sich für alle aus: Barrierefreie Gebäude und Anwendungen sind für alle Mitarbeitenden leichter nutzbar, unterstützen den Erhalt der Arbeitsfähigkeit und beugen Unfällen vor. Sie erschließen zudem neue Kunden:Kundinnen-Gruppen, gerade in einer älter werdenden Gesellschaft.
Häufigstes Gegenargument sind die Kosten. Wird Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht, etwa bei der Beschaffung neuer Software, entstehen in der Regel jedoch keine Mehrkosten. Perfekte Barrierefreiheit gibt es ohnehin nicht: Entscheidend ist, Barrieren gemeinsam mit Experten:Expertinnen zu priorisieren und Schritt für Schritt abzubauen.
Bauliche und digitale Barrierefreiheit
Zur baulichen Barrierefreiheit zählen längst mehr als Rampen und Aufzüge: Gute Akustik und Beleuchtung, kontrastierende Beschilderung nach dem Zwei-Sinne-Prinzip – visuell, taktil und/oder akustisch – oder Bodenindikatoren machen das Arbeitsumfeld für alle angenehmer und produktiver. Der individuelle Bedarf nach Spezialtastaturen oder Bildschirmen wird in den meisten Fällen gefördert. Digitale Barrierefreiheit betrifft Websites, Apps, Software, digitale Dokumente und Geräte: Sie sollen unabhängig von körperlichen oder geistigen Fähigkeiten nutzbar sein. Alternativtexte für Bilder, Untertitel für Videos, große Schrift, gute Kontraste und vollständige Tastaturbedienbarkeit sind einfache, aber effektive Anpassungen, von denen alle Anwender:innen profitieren.
Was tun bei Barrieren im Arbeitsalltag?
Wer Barrieren begegnet, wendet sich meist an Personalabteilung, Betriebsrat oder Behindertenvertrauensperson. Zentraler Faktor dabei ist, Menschen mit Behinderungen selbst beim Abbau der Barrieren einzubeziehen. Beratungsorganisationen können dabei unterstützen, Hürden zu evaluieren, zu priorisieren und praktische Lösungen umzusetzen. Barrierefreiheit ist ein Prozess – auch kleine Schritte können Großes bewirken. (ln/lm)
Informationen zu den Autoren:Autorinnen
Laura Nikoletos,
Accessibility Expert, myAbility Social Enterprise GmbH
laura.nikoletos@myability.org
Laurenz Miller
Lead Accessibility, myAbility Social Enterprise GmbH
laurenz.miller@myability.org




