Eltern sollten ihre Kinder wenn möglich von Anfang an zu Fuß zur Schule begleiten. So kann der Schuleintritt richtungsweisend für die gesundheitliche Entwicklung und ein großer Schritt in die Selbstständigkeit sein.
Leonies erster Schulweg
Für Leonie hat gerade ein aufregender neuer Lebensabschnitt begonnen. Sie geht seit September in die erste Klasse Volksschule. Besonders freut sie sich, gemeinsam mit ihrem großen Bruder einen Teil des Schulwegs bereits selbstständig zurücklegen zu dürfen. Der Weg wurde in den Sommerferien fleißig geübt. Leonie weiß, wo sie besonders aufmerksam sein muss, und kennt die Regel „Stehen – Schauen – Gehen“ auswendig. Für viele Eltern ist dieser Schritt mit gemischten Gefühlen verbunden. Sie möchten ihr Kind schützen und sicher wissen. Gleichzeitig ist der Schulweg eine wertvolle Gelegenheit, Selbstständigkeit zu entwickeln und wichtige Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln.
Genau deshalb empfiehlt die AUVA, Kinder möglichst früh zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule zu begleiten und sie Schritt für Schritt an einen selbstständigen Schulweg heranzuführen.
Der Schuleintritt ist richtungsweisend
Sicherheitsbedenken haben dabei selbstverständlich oberste Priorität. Der wirksamste Schutz für ein sicheres Ankommen bleibt jedoch die Prävention.
Gerade vor Schulen kommt es morgens – insbesondere bei Schlechtwetter – häufig zu unübersichtlichen Verkehrssituationen. Elterntaxis erhöhen das Verkehrsaufkommen und erschweren die Übersicht für jene Kinder, die zu Fuß unterwegs sind. Doch Verkehrssicherheit ist nur einer von vielen Gründen, warum das Gehen zur Schule gefördert werden sollte.
Die Sicherheitspädagogen:-pädagoginnen der AUVA beschäftigen sich seit vielen Jahren mit dem Thema Schulwegsicherheit. Ihre Erfahrung zeigt: Der Schuleintritt ist ein idealer Zeitpunkt, um gesunde und sichere Mobilitätsgewohnheiten zu entwickeln. Wer sein Kind von Beginn an zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule begleitet, legt einen wichtigen Grundstein für dessen selbstständige Mobilität.
Warum Kinder vom Schulweg zu Fuß profitieren
Kinder, die zumutbare Wege regelmäßig zu Fuß zurücklegen, entwickeln ein besseres Orientierungsvermögen. Sie erleben ihre Umgebung bewusst und bauen sogenannte kognitive Karten auf. Werden Kinder hingegen überwiegend mit dem Auto gebracht, erleben sie oft nur einzelne Zielorte – etwa „zu Hause“ und „Schule“ – ohne die dazwischenliegenden Wege aktiv wahrzunehmen. Darüber hinaus wird Bewegung ganz selbstverständlich in den Alltag integriert. Das unterstützt den natürlichen Bewegungsdrang, stärkt Ausdauer und Geschicklichkeit und fördert die gesunde Entwicklung des Bewegungsapparates. Bewegung und frische Luft verbessern zudem die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit im – überwiegend sitzenden – Schulalltag.
Auch sozial bietet der Schulweg viele Chancen: Kinder kommen miteinander ins Gespräch, treffen Freunde:Freundinnen und knüpfen neue Kontakte. Diese Erfahrungen fördern soziale Kompetenzen und stärken das Gemeinschaftsgefühl.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Entwicklung von Risikokompetenz. Kinder lernen, Verkehrssituationen einzuschätzen, Gefahren zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Diese Erfahrungen bilden die Grundlage für eine sichere und selbstständige Teilnahme am Straßenverkehr – heute als Fußgänger:innen und später auch als Radfahrer:innen oder Fahrzeuglenker:innen.
Gut vorbereitet in die Selbstständigkeit
Für Leonie und ihre Familie haben sich die Vorbereitungen in den Sommerferien gelohnt. Sie kennt ihren Schulweg, weiß, wo besondere Aufmerksamkeit erforderlich ist, und sammelt täglich neue Erfahrungen.
Wann ein Kind einzelne Wegabschnitte oder den gesamten Schulweg allein zurücklegen kann, entscheiden die Eltern. Dieser Zeitpunkt ist von der individuellen Entwicklung des Kindes und den Gegebenheiten des Schulwegs abhängig. Mit guter Vorbereitung wird der tägliche Schulweg jedoch zu einem wichtigen Schritt in Richtung Selbstständigkeit, Gesundheitsförderung und sicherer Mobilität. bw)
Zusätzliche Angebote der AUVA
Schulwegpläne und Schulwegsicherung unterstützen Eltern
Schulwegpläne helfen Eltern dabei, den sichersten Weg zur Schule auszuwählen. Sie werden für den Einzugsbereich von Volksschulen erstellt und zeigen übersichtlich, wo besondere Vorsicht geboten ist, welche Querungsstellen empfohlen werden und welche Gefahrenstellen möglichst gemieden werden sollten. Die Grundlage dafür bilden unter anderem Rückmeldungen von Eltern sowie örtliche Gegebenheiten rund um die Schule.
Mehr Informationen unter: schulwegplan.at
Schülerlotsen:-lotsinnen und Erwachsenenlotsen:-lotsinnen sind eine wichtige Stütze
Wie die Aktion Schulwegplan wird auch die Schulwegsicherung gemeinsam erfolgreich mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) umgesetzt und als sehr hilfreich empfunden.
Mehr Informationen unter: schulwegsicherung.at
Diese Elternbroschüren sind für Schulen & Kindergärten kostenlos bestellbar
- Sicher zu Fuß in die Schule
- Sicher mit dem Tretroller zur Schule
- Sicher auf dem Rad
- Sicher im Bus und an der Haltestelle
Mehr Informationen unter:
auva.at/praevention/medien-und-publikationen/bestellformulare/bestellung-schulmedien
auva.at/praevention/medien-und-publikationen/bestellformulare/bestellung-kindergartenmedien




