Schallabsorbierende Platten können nur den Schall im selben Raum absorbieren. Geräusche von außen, wie Musik aus der Nachbarwohnung oder Verkehrslärm von der Straße, werden damit nur unmerklich verringert. Hier sind schalldämmende Maßnahmen zur Reduktion des Durchgangsschalls notwendig, die zumeist aufwendiger umzusetzen sind.
Wenn in großen Arbeitsräumen viele laute Tätigkeiten parallel ausgeführt werden, können schallabsorbierende Platten hilfreich sein. Für den Einzelnen ist der Lärm lokalisierter und begrenzter, und es entsteht das Gefühl, dem Lärm der anderen weniger stark ausgesetzt zu sein. Maßnahmen direkt an den Lärmquellen sind in so einem Fall trotzdem wirksamer und sollten das Ziel sein.
Sinnvoll ist der Einsatz der Schallabsorber vor allem in Räumen, in denen viele Menschen zusammenkommen, die unabhängig voneinander sprechen oder arbeiten wollen. Büros, Arbeitsräume, Speisesäle oder Gruppenräume profitieren daher am meisten. Auch wenn die Sprachverständlichkeit erhöht werden soll oder unangenehme Halligkeit bzw. Echoeffekte im Raum vorliegen, ist die Montage von schallabsorbierenden Platten empfehlenswert.
Tipps zur Montage
Die Materialien können gemäß den Angaben der herstellenden Unternehmen zumeist an Wand oder Decke geklebt oder auch geschraubt werden. Ambitioniertere Bastler:innen können diese auch an einer Lattung hinterlüftet an den Wänden- und Deckenflächen anbringen. Dies führt zu einem größeren Absorptionsvermögen auch in tieferen Frequenzen – akustisch ist das vorteilhaft. Im Trend liegt aktuell auch die Montage als sogenannte Akustiksegel oder Baffeln an Seilen von der Decke.
Bei Direktmontage oder Montage als Deckensegel sollten schallabsorbierende Materialien zumindest vier Zentimeter dick sein. Dünnere Materialien sollten nur verwendet werden, wenn sie in einem entsprechenden Abstand zur Wand oder Decke montiert werden sollen – zumindest fünf Zentimeter. Auch in diesem Fall sollte eine Platte in der Regel nicht dünner als zwei Zentimeter sein. Diese Materialstärken sind notwendig, damit nicht nur die hohen Töne mit kurzer Wellenlänge absorbiert werden, sondern ein breitbandiges Ergebnis erzielt wird. Räume, die großflächig mit zu dünnen Materialien verkleidet wurden, klingen oft in den Mitten und Tiefen lange nach. Das wird häufig als unausgewogen und dumpf wahrgenommen.
Vergleich von Materialarten
Vor dem Kauf lohnt sich der Vergleich unterschiedlicher Materialien. Schallabsorbierende Platten sind zumeist sogenannte poröse Absorber. Sie bestehen entweder aus Mineral- oder Holzwolle, speziellen Schaumstoffen oder Akustikvliesen. Angaben des herstellenden Unternehmens über die Wirksamkeit sollten bei der Auswahl unbedingt berücksichtigt werden. Konkret sollte der Schallabsorptionsgrad (α) in den verschiedenen Oktaven von 125 Hz bis 4000 Hz angegeben sein. Ein hinreichend guter Schallabsorber sollte in den Frequenzen ab 500 Hz und höher zumindest einen Schallabsorptionsgrad von 0,8 aufweisen, gleichbedeutend mit 80 % Schallabsorption im jeweiligen Frequenzband.
Es gibt auch gelochte Platten, zum Beispiel aus Gipskarton, Holz oder Metall. Die Verwendung von solchen Lochplatten ist nur bei einem Lochflächenanteil von mindestens 20 % und einer Hinterlegung mit Mineralwolle – mindestens 5 cm dick – zu empfehlen.
Materialmengen und Positionierung
Wenn in einem Raum noch keine schallabsorbierenden Materialien installiert sind, ist die potenzielle Wirkung am größten. Für Räume ohne besondere akustische Anforderungen gilt als Faustregel, dass etwa 75 % der Bodenfläche in m² als schallabsorbierende Platten – mit hohem Schallabsorptionsgrad von mindestens 0,8 ab 500 Hz – im Raum verteilt werden sollten. Geringere Mengen, wie zum Beispiel in Form punktueller Akzente an der Wand, können in ihrer Wirkung vom Menschen zumeist kaum wahrgenommen werden. Die Platten sollten in erster Linie an der Decke montiert werden, mit zusätzlichen Flächen an zwei nicht-parallelen Wänden.
In Privaträumen merkt man oft nach einem Umzug, wie Vorhänge die akustische Qualität steigern können. Generell wirken Vorhänge mit schweren Stoffen, die doppelt gerafft aufgehängt werden, besser als gewöhnliche, dünne Stoffe oder Flächenvorhänge. Für eine Unterstützung der raumakustischen Maßnahmen ist deren Wirkung sinnvoll. Als alleinige Schallabsorber im Raum sind sie aber nicht ausreichend.
Brandschutz beachten
Da mit schallabsorbierenden Baustoffen große Teile von Wand- und Deckenflächen verkleidet werden, sollten sie eine gewisse Brandbeständigkeit aufweisen. Auf jeden Fall sollte man sich in einem Betrieb oder in einer Bildungseinrichtung über die Anforderungen vonseiten des Brandschutzes informieren und entsprechende Materialien anschaffen, insbesondere in Veranstaltungsräumen und auf Fluchtwegen. Schallabsorber sind in einer nicht brennbaren Qualität aus Mineralwolle oder vorbehandelter Holzwolle am Markt, bei Schaumstoffen und Akustikvliesen gibt es zumindest schwer entflammbare Varianten. Es wird an dieser Stelle dringend davon abgeraten, Schaumstoffe oder Schallabsorber anzuschaffen, die normal oder leicht entflammbar sind. (erp)
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