Jeder:jede Verkehrsteilnehmende nimmt Situationen im Straßenverkehr unterschiedlich wahr. Um Unfälle im Straßenverkehr zu vermeiden, ist es wesentlich, gefährliche Situationen rechtzeitig zu erkennen. Vor allem Kinder müssen erst lernen, Gefahren zu erfassen, zu beurteilen und richtig auf sie zu reagieren, denn schon allein aufgrund ihrer Größe nehmen sie Verkehrssituationen anders wahr als Erwachsene und reagieren auch auf potenzielle Gefahren anders oder nicht so schnell.
Die App „Siehst du wirklich, was ich sehe?“ fördert die Verkehrssicherheit, indem sie alle möglichen Blickwinkel auf eine Verkehrssituation und daraus resultierende potenzielle Gefahrenmomente berücksichtigt und aufzeigt. Im Fokus stehen dabei die Perspektivenübernahme, die Wahrnehmung und das Erlernen von Verkehrskompetenz. Die App ist für den Unterricht gedacht und richtet sich an Volksschulen, weiterführende Schulen und Fahrschulen. Nutzer:innen erhalten maßgeschneiderte Präventionsmaßnahmen und Empfehlungen.
Was zeigt die App?
Im Straßenverkehr herrscht ein dynamisches Mobilitätsumfeld mit einer Vielzahl an Verkehrsteilnehmenden, die sich unterschiedlich fortbewegen – sei es mit dem Auto, mit dem Rad, mit dem LKW, mit dem Roller oder auch zu Fuß. Um Gefahren frühzeitig zu erkennen, die Handlungen anderer vorausschauend einzuschätzen und angemessen darauf zu reagieren, braucht es Aufmerksamkeit, Konzentration und Verständnis für die Komplexität einer Verkehrssituation.
In der App werden die Blickwinkel von zehn verschiedenen Verkehrsteilnehmenden an einer vierarmigen Kreuzung gezeigt. Gedreht wurde an einer real existierenden Kreuzung. Die Überblicksaufnahmen wurden mithilfe eines Krans 30 Meter über dem Boden erstellt. Jeder:jede hat je nach Verkehrsmittel andere Sichteinschränkungen. Die unterschiedlichen Perspektiven können jeweils für sich allein, gegenübergestellt oder im Gesamtüberblick dargestellt und diskutiert werden.
Die Lernmaterialen wurden wissenschafts- und unfalldatenbasiert erarbeitet. (rh)
Gefahrenwahrnehmung ist altersabhängig
Bis etwa zum sechsten Lebensjahr erkennen Kinder Gefahren häufig erst, wenn sie schon in der gefährlichen Situation stecken.
Ab dem achten Lebensjahr können Kinder Gefahren im Voraus erkennen.
Erst im Alter ab neun oder zehn Jahren können Kinder Gefahren schon früh genug wahrnehmen und bewusst vorbeugen.
Mit zwölf bis 14 Jahren sind die Wahrnehmungsfähigkeiten von Heranwachsenden annähernd vergleichbar mit jenen der Eltern.
Kinder und Verkehrskompetenz: AUVA-Angebote
Um die App nutzen zu können, ist die Teilnahme an einem kostenlosen 90-minütigen Webinar erforderlich. Dort erhalten die Teilnehmer:innen eine Einschulung zu den Funktionsweisen der App und erfahren, wie sie diese im Unterricht einsetzen können. Anschließend stehen der App-Download und ergänzende Schulungsmaterialien zur Verfügung.
Aktuelle Webinar-Termine
24. März 2026, 14:00 – 15:30 Uhr
25. März 2026, 14:00 – 15:30 Uhr
Infos und Anmeldung: https://auvkurs.at/portal/kurs?id=2F25289B-0CED-49A8-8E2D-343CFFC04064




