Mit dem Fahrrad lassen sich Wege oftmals schneller zurücklegen als mit dem Auto oder anderen Verkehrsmitteln. Zudem ist man an der frischen Luft und macht Bewegung. Allerdings sollte dabei auf Sicherheit geachtet werden. Also richtig wäre hier: Laut Statistik Austria verunglückten im Jahr 2024 bei Verkehrsunfällen 10.093 Radfahrende. Der Anteil der Alleinunfälle beträgt fast die Hälfte aller Fahrradunfälle. Wohlgemerkt sind hier keine E-Scooter eingerechnet. Wer bedenkt, dass viele „leichtere“ Unfälle nicht in Statistiken erfasst sind, kann die immense Zahl der tatsächlichen Fahrradunfälle nur erahnen. Zudem hat sich die Zahl der tödlichen Unfälle mit dem Rad oder E-Bike laut Unfallstatistik des Bundesministeriums für Inneres zuletzt verdoppelt: von 32 verunglückten Personen 2024 zu 65 tödlichen Radunfällen im Jahr 2025.
Helm mindert Verletzungen
Unter Berücksichtigung dieser Zahlen scheint eine Debatte über eine Helmpflicht sinnvoll. Schließlich sind die Folgen nicht nur für jeden:jede Einzelnen:Einzelne ein persönliches Schicksal, die Behandlungs- und Folgekosten sind auch volkswirtschaftlich ein Faktor. Ein Helm ist mit vergleichsweise geringen Kosten verbunden, kann aber schlimme Folgen wie schwere, eventuell sogar dauerhafte Schäden bis hin zum Tod vermeiden oder zumindest mindern. Gleichzeitig gibt es kaum sinnvolle Gründe, die gegen eine Helmnutzung sprechen. Ob ein Helm im Gesetz steht oder nicht - auf der Straße macht er den Unterschied zwischen einer Gehirnerschütterung und einem schweren Schädelhirntrauma. Wir appellieren daher auch an alle Erwachsenen, einen Helm zu tragen. Das ist keine Frage von Altersgrenzen, sondern der Verantwortung gegenüber sich selbst. Es stellt sich doch die Frage, wieso 15-Jährige, die mit E-Scootern im Straßenverkehr unterwegs sind, einen Helm tragen müssen, 16-Jährige aber nicht mehr. Bei E-Bikes liegt diese Altersgrenze bei 14 Jahren. Es wäre wünschenswert, dass sich der Fahrradhelm auf den Straßen durchsetzt, so wie sich auf Österreichs Skipisten der Skihelm durchgesetzt hat, obwohl es auch dort keine flächendeckende Helmpflicht für alle gibt.
Worauf beim Kauf zu achten ist
Ein Helm, der nach EN 1078 geprüft und zertifiziert wurde, erfüllt alle technischen Anforderungen. Jeder Helm muss außerdem ein CE-Zeichen aufweisen, mit dem das herstellende Unternehmen die Konformität des Produktes mit der EU-PSA-Verordnung (Persönliche Schutzausrüstung) bescheinigt. Beim Kauf sollte auf die passende Helmgröße, einen guten Sitz auf dem Kopf und eine gute Einstellbarkeit des Helmes geachtet werden. Der Helm muss unter Beachtung der Bedienungsanleitung richtig an den Kopf des:der Trägers:Trägerin angepasst werden.
Beim Tragen ist das Kinnband gut festzuziehen und unbedingt zu schließen, andernfalls gleitet der Helm beim Sturz oft schon vor dem Aufprall vom Kopf. Helme nehmen die kinetische Energie des Aufpralls durch Risse, Verformung und Zerstörung auf. Dadurch ist die weitere Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Nach einem Sturz auf den Helm sollte dieser daher jedenfalls ausgetauscht werden.
Bei Fahrradhelmen setzen sich vermehrt Systeme mit Schutz gegen Rotationskräfte durch, die bei einem dynamischen Sturz zu Schädel-Hirn-Traumata führen können. Auch diese sind ein sinnvoller zusätzlicher Schutz, auf den beim Kauf geachtet werden kann. (stj)




