„Österreich steht in der Augenheilkunde vor einer doppelten Herausforderung: Der Versorgungsbedarf steigt durch demografische Entwicklungen und eine deutliche Zunahme der Kurzsichtigkeit bei Kindern, gleichzeitig drohen Engpässe bei Personal und Ressourcen“, erklärt MR Dr.in Gabriela Seher, Präsidentin der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG), und ergänzt: „Die gemeinsame Verantwortung für die Augengesundheit nehmen wir sehr ernst, daher haben wir als medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft zum ersten Mal in Österreich ein ‚Weißbuch Augenheilkunde‘ erstellt. Darin skizzieren wir die dringendsten Handlungsfelder und zeigen, welche Maßnahmen jetzt notwendig sind, um vermeidbaren Sehverlust zu verhindern und eine flächendeckende, qualitativ hochwertige Versorgung langfristig abzusichern.“
Die frühe Diagnostik bei vielen Augenerkrankungen ist besonders wichtig, da Sehverlust häufig irreversibel verläuft. Moderne Verfahren wie optische Kohärenztomografie (OCT) und der gezielte Einsatz von künstlicher Intelligenz als Diagnoseunterstützung können dabei helfen, Erkrankungen früher zu erkennen und Therapien präziser zu steuern.
Die ÖOG formulierte vier Schwerpunkte, die gemeinsam von Gesundheitspolitik, Sozialversicherung und Versorgungspartnern:-partnerinnen vorangetrieben werden sollen: Prävention, Qualität, Ausbildung sowie klare Strukturen mit fairen Arbeitsbedingungen. Die ÖOG empfiehlt eine breit angelegte Informationskampagne zur Augengesundheit, gezielte Untersuchungen bei Kindern sowie eine bessere augenärztliche Betreuung älterer und hilfsbedürftiger Menschen, etwa in Pflegeeinrichtungen. (rh)




