Kälte, Nässe, schlechte Sichtverhältnisse und rutschige Straßen durch Glatteis, gefrierenden Regen oder Schneematsch sorgen für ein erhöhtes Unfallrisiko. Diese besonderen Bedingungen werden im Straßenverkehr oft unterschätzt, erfordern jedoch viel Aufmerksamkeit und eine Anpassung des eigenen Verhaltens sowie die richtige Ausrüstung. Das gilt für Fußgänger:innen ebenso wie für Autofahrer:innen, aber auch auf dem Rad oder dem E-Scooter heißt es jetzt: erhöhte Vorsicht!
Am wichtigsten ist es, den Stress rauszunehmen und am besten in der Früh für den Weg zur Schule oder Arbeit ein wenig mehr Zeit einzuplanen. Wer ohne Hektik unterwegs ist, verringert das Risiko, auf nassen, glatten Wegen zu verunfallen.
Fahrzeuge winterfit machen
Beginnen Sie rechtzeitig damit, sich und Ihr Fahrzeug auf die neuen Fahrverhältnisse einzustellen. Fällt der erste Schnee, ist es dafür zu spät! Wer mit dem Auto unterwegs ist, beginnt mit einem Wintercheck schon im Frühherbst. Kontrollieren Sie, ob die Winterreifen noch in Ordnung sind und vereinbaren Sie einen Termin zum Umstecken in der Werkstatt. Zum Nachfüllen von Flüssigkeiten denken Sie rechtzeitig daran, Frostschutzmittel für Scheibenwaschanlage und Kühlsystem vorrätig zu haben. Je nach Region ist eine Notfallausstattung mit Schneeketten, Schaufel, Eiskratzer, Decke und Taschenlampe empfehlenswert.
Nicht nur im Winter gilt, dass Scheiben und Scheinwerfer immer frei und sauber sein sollen, um Hindernisse rechtzeitig erkennen zu können.
Achten Sie auf funktionierende Scheinwerfer, Rückleuchten und Blinker, um für andere Verkehrsteilnehmende gut sichtbar zu sein, und passen Sie die Geschwindigkeit und den Sicherheitsabstand unbedingt den Witterungsverhältnissen an!
Bricht der Winter herein, so helfen zwei wichtige Sicherheitstipps: Verzichten Sie bei ungünstigen Witterungsbedingungen auf nicht dringende Fahrten. Wenn es doch sein muss, so befreien Sie das Fahrzeug vor Fahrantritt vollständig von Schnee und Eis.
Sichtbar bleiben
Achten Sie beim Aussteigen aus Ihrem Fahrzeug auf die Beschaffenheit des Untergrundes, es besteht in der kalten Jahreszeit häufig Rutschgefahr. Festes Schuhwerk mit rutschfesten Profilsohlen ist im Winter ohnehin zu empfehlen, Schuhspikes oder Überzieher können den Grip erhöhen. Am einfachsten ist es, dem Risiko buchstäblich aus dem Weg zu gehen, indem Sie Gefahrenstellen wie glatte oder nicht geräumte Wege meiden.
Erhöhen Sie Ihre Sichtbarkeit, denn das erhöht auch die Sicherheit: Tragen Sie Kleidung in hellen Farben und mit reflektierenden Materialien. Während dunkel gekleidete Personen im Dunkeln oder bei schlechter Sicht erst aus 25 Metern Entfernung wahrgenommen werden können, sind Personen mit Reflektoren oder reflektierenden Materialien bereits aus einer Entfernung von rund 140 Metern sichtbar. Am besten ist es, reflektierende Elemente nicht nur am Oberkörper, sondern auch in der unteren Körperhälfte zu platzieren. Außer bei Kindern, hier sollten reflektierende Elemente von Kopf bis Fuß angebracht werden. (rh)
Arbeiten im Freien
Das Arbeiten im Freien bei niedrigen Temperaturen beeinflusst die Leistungsfähigkeit und die Aufmerksamkeit. Es kann außerdem die Beweglichkeit beeinflussen. Ein steigendes Unfallrisiko ist die Folge. Daher sollte man sich bei Arbeiten im Freien mit passender Kleidung so gut wie möglich vor Kälte, Wind und Nässe schützen. Die äußere Schicht sollte wasser- und winddicht sein, während die inneren Schichten atmungsaktiv sind, um Feuchtigkeit abzuleiten und die Körperwärme zu speichern. Bei besonders tiefen Temperaturen sollten Sie zusätzlich atmungsaktive Unterwäsche anziehen. Gesicht, Hände, Ohren und Füße müssen jetzt besonders geschützt werden. Kälteisolierende (Schutz-)Handschuhe und Schuhwerk, Ohren- und Kopfschutz sowie Gesichtsschutz und Kälteschutzcreme sind empfehlenswert. Vermeiden Sie im Freien längere Phasen der Inaktivität, da dies zu einem schnellen Abkühlen des Körpers führen kann. Arbeitspausen sollen auf jeden Fall in warmer Umgebung abgehalten werden, um den Körper dabei zu unterstützen, die Körpertemperatur zu regulieren.
Gute Vorbereitung zahlt sich aus
- Zeitpuffer einplanen: früher losfahren, Hektik vermeiden – Winterwege dauern länger!
- Wetter & Lage checken: Straßenberichte, Lawinen- und Glättewarnungen beachten; Route bei Bedarf anpassen
- Sichtbarkeit erhöhen: helle Kleidung, Leuchtbänder an Tasche oder Rucksack
- Handy & Akku: vollgeladen los, Powerbank einpacken – kalte Akkus entladen schneller
Sehen und gesehen werden
- Durchgängig Beleuchtung nutzen – auch am Rad/E-Scooter
- Scheinwerfer, Rücklichter, Reflektoren, Helm- und Rucksackreflektoren regelmäßig reinigen
- Vorausschauend fahren und gehen, Querungen früh planen, Blickkontakt suchen
Besondere Wintergefahren erkennen
- Blitzeis entsteht häufig um den Gefrierpunkt, bei Nebel/feuchter Luft mit spiegelnder, „schwarzer“ Fahrbahn: sofort Tempo reduzieren, Abstand massiv erhöhen
- Schneeverwehungen: wechselnde Haftung, Spurwechsel vermeiden, Lenkrad ruhig halten
- Sichtbehinderungen: Nebelschlussleuchte nur bei starker Sichtbehinderung, sonst blendet sie
Wenn doch etwas passiert
- Unfallstelle absichern: Warnblinker, Warnweste an, Warndreieck mit großem Abstand aufstellen (Information steht auf der Hülle des Warndreiecks!), Rettungsgasse freihalten
- Warm bleiben: Decken nutzen, bei Öffis/Haltestellen Schutz suchen
- Erste Hilfe: Notruf absetzen, Verletzte wärmen (Unterkühlung!), keine riskanten Rettungsaktionen – Ruhe bewahren!




