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Serie: Sicherheitstechnische Prüfstelle: Wie Fußböden vor elektro­statischer Entladung schützen

Die Sicherheitstechnische Prüfstelle (STP) der AUVA prüft verlegte Fußböden auf ihre Eignung für ESD (Electrostatic Discharge)- oder auch ­explosionsgefährdete Bereiche.

Dem Fußboden wird bei elektrostatischen Phänomenen oft wenig Beachtung geschenkt. Dabei ist die Wahl des richtigen Bodens gerade bei Arbeitsplätzen ein wesentlicher Faktor. Bestimmte elektrische Merkmale spielen sowohl für ein sicheres Arbeitsumfeld als auch für eine sichere Handhabung von elektronischen Bauteilen eine wichtige Rolle.

Was ist Elektrostatik?

Elektrostatik befasst sich mit ruhenden elektrischen Ladungen und deren Verteilung. Sowohl in leitfähigen Materialien, zum Beispiel Metallen oder auch dem menschlichen Körper, als auch in sogenannten ableitfähigen Materialien wie speziellen Kunststoffen oder Bodenbeschichtungen können sich Ladungsträger nahezu frei bewegen und bei vorhandener Erdverbindung abfließen. Fehlt diese Erdung, können sich Ladungen ansammeln und werden dann gespeichert. Sie werden elektrostatisch aufgeladen.

Bei isolierenden Materialien sind die Ladungen zunächst ortsgebunden und bleiben so lange gespeichert, bis ein Ladungsausgleich möglich wird. Solche Materialien – oft Kunststoffe, aber auch zum Beispiel Wolle oder Glas – können nicht geerdet werden. Nähert sich ein Objekt so einem elektrostatisch hoch aufgeladenen Material, dann kann ein elektrischer Funke entstehen. Dieses Phänomen wird als elektrostatische Entladung (ESD) bezeichnet.

Arbeitnehmer:innenschutz versus ESD-Schutz

Grundsätzlich verfolgen Arbeitnehmer:innenschutz und ESD-Schutz zwar unterschiedliche Ziele, eine Gemeinsamkeit ist aber in beiden Fällen gegeben: Es ist ein geerdeter ableitfähiger Boden nötig, um elektrische Ladungen zuverlässig ableiten zu können. Die VEXAT (Verordnung explosionsfähiger Atmosphären) als Verordnung zum Arbeitnehmer:innenschutz schreibt deshalb für bestimmte Bereiche einen maximal erlaubten elektrischen Widerstand des Fußbodens von 100 MΩ vor. In ESD-Bereichen, die dem Schutz von elektronischen Bauteilen dienen, sehen die einschlägigen Normen meist höhere Werte vor.

Ob ein Fußboden elektrisch ableitfähig ist, kann durch eine Widerstandsmessung gegen Erde mit speziellen Hochohm-Widerstandsmessgeräten festgestellt werden. Dazu wird das Messgerät sowohl mit der Erde, als auch mit einer auf den Fußboden aufgesetzten Messelektrode verbunden. So entsteht ein geschlossener Stromkreis, der eine Widerstandsmessung zulässt. Vor allem in ESD-Bereichen haben Unternehmen oftmals Qualitätsmanagementsysteme, die auch eine regelmäßig wiederkehrende Prüfung der Bodenableitfähigkeit fordern.

Die Sicherheitstechnische Prüfstelle (STP) der AUVA führt Bodenableitfähigkeitsmessungen im nicht-akkreditierten Bereich gemäß der vor allem im ESD-Bereich weit verbreiteten Norm OVE EN 61340-4-1 durch. (rw)

Wussten Sie, dass ...

... ESD-Messungen (Electrostatic Discharge) von Fußböden prüfen, ob ein Boden elektro­statische Ladungen zuverlässig ab­lei­­­tet? Dadurch sollen empfindliche elektronische Bauteile ge­­­­­­schützt und in explosionsgefährdeten Bereichen zündfähige Fun­­­ken verhindert werden. Die Leitfähigkeit des Fußbodens ist ein wichtiger Bestandteil der Beurteilung elektrostatischer Gefährdungen.

Hier geht es zur Sicherheits­technischen Prüfstelle der AUVA: auva.at/servicestellen/sicherheitstechnische-­pruefstelle-stp

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Messanordnung zur Messung des ­elektrischen Widerstands gegen Erde von verlegten Fußböden: Hochohmmeter mit angeschlossener Erdung und einer Messelektrode (Gewicht ca. 2,5 kg).
© R. Reichhart