Allein die direkten Kosten von Arbeits- und Wegunfällen tragen laut den Berechnungen des AUVA-Unfallfolgekostentools im Jahr 2024 ein Volumen von über 500 Mio. Euro in den österreichischen Betrieben. „Für die AUVA entstehen pro Jahr rund 700 Mio. Euro an Folgekosten für Heilbehandlung, Rehabilitation und langfristige Rentenzahlungen. Für die gesamte Volkswirtschaft Österreich entstehen Wertschöpfungsverluste von über 900 Mio. Euro, sowohl in den Unternehmen als auch in den privaten Haushalten“, sagt Stefanie Wunderl, Expertin für Präventionsökonomie in der AUVA-Hauptstelle. Für die:den Verunfallte:n selbst ist der messbare Schaden bei schweren Folgen von Arbeitsunfällen wie etwa dem Verlust an Lebensqualität sowie dem erlittenen Leid für Hinterbliebene bei tödlichen Arbeitsunfällen aus ethischen Gründen in keiner Zahl abbildbar.
Was Ausfallstage kosten
Die erste Spur bei der Verfolgung versteckter Kosten führt in die Betriebe. „Ein anerkannter Arbeitsunfall mit mehr als drei Tagen Ausfallzeit verursacht den Betrieben durchschnittlich Kosten zwischen 8.000 und 9.000 Euro“, rechnet die Expertin vor. Beschäftigte fallen nach einem solchen Arbeitsunfall fast einen Monat aus. Ein Ausfallstag kostet den Betrieb demnach um die 330 Euro.
Die Informationen für die AUVA-Unfallfolgekostenberechnung stammen aus den Unfallmeldungen der Betriebe und werden mit statistischen Einkommens- und Lohnnebenkostendaten je nach Berufsgruppe und Branche kombiniert.
Die teuersten und häufigsten Risiken bestehen bei Tätigkeiten, die zum Beispiel im Gehen, Laufen, Hinaufsteigen oder Hinabsteigen passieren, sprich Sturzunfälle mit Aufprall. Jeder vierte meldepflichtige Arbeitsunfall fällt in diese Kategorie. Ein solcher Fall kostet den Betrieb im Schnitt 10.000 Euro. Handelt es sich im Speziellen um einen Sturzunfall aus großer Höhe, wie etwa der Absturz von Leitern oder Dächern, dann kostet das den Betrieb durchschnittlich 12.000 bis 15.000 Euro. Absturzunfälle haben in den meisten Fällen sehr schwere Verletzungen, die einen langen Heilungsprozess benötigen.
Überlastung ist häufige Ursache
Besonders teure Unfälle entstehen, wenn Verunfallte die Kontrolle über eine Maschine oder ein Transport- oder Fördermittel verlieren oder wenn sie von schweren Lasten erfasst werden.
„Tiefer greifende Ermittlungen zeigen, dass der Kostenfaktor Arbeitsunfall immer aus einem Zusammenspiel mehrerer Ursachen entsteht“, weiß Wunderl. Körperliche sowie mentale Belastungen bei der Arbeit spielen eine große Rolle. Bei jedem achten gemeldeten Arbeitsunfall wird eine akute körperliche Belastung bzw. eine akute seelische Überlastung als Ursache im Unfallbericht angegeben. (rh)
Unterstützung bei der Risiko- und Kostensuche erhalten Sie unter statistik@auva.at.




