Neun von zehn Arbeitsunfälle mit Handmaschinen wurden in Österreich 2023 durch den Kontrollverlust über das Arbeitsmittel verursacht. Insgesamt ereigneten sich 2.800 solche Arbeitsunfälle, ein großer Teil davon am Bau. 35 % davon bei Arbeiten mit Winkelschleifern.
Kein Universalwerkzeug
Ein Winkelschleifer ist kein Universalwerkzeug für alle Arbeiten und Materialien. Maschine und Werkzeuge müssen bestimmungsgemäß und unter Beachtung möglicher Einschränkungen eingesetzt werden. Winkelschleifer sind per Definition laut Produktnorm OVE EN IEC 62841-2-3 Maschinen zum Schleifen. Als Werkzeuge werden kunstharzgebundene Trenn- und Schruppscheiben, Diamanttrennscheiben, Lamellenschleifteller, Drahtbürsten und ähnliches Schleifwerkzeug verwendet. Sägeblätter oder Fräswerkzeuge sind ohne Genehmigung durch den Maschinenhersteller nicht erlaubt und die Norm weist auf die Rückschlaggefahr von Werkzeugen mit Sägekettensegmenten oder Sägezähnen hin. Sie warnt ebenso vor einem Umbau der Maschine sowie der Verwendung von Zubehör, das vom Maschinenhersteller nicht vorgesehen und spezifiziert wurde.
Richtige Werkzeugwahl
Werkzeuge müssen die Vorgaben der Bedienungsanleitung der Maschine – zum Beispiel bezüglich Höchstdrehzahl, Werkzeugdimension und -aufnahme – und der relevanten Normen (EN 12413 für kunstharzgebundene Trennschleifscheiben, EN 13236 für Diamantscheiben, EN 13743 für Fächerscheiben, EN 1083-2 für Bürstwerkzeuge) erfüllen. Neben der normativ geforderten Kennzeichnung sollten ausgewählte Produkte als Qualitätssiegel zum Beispiel die „oSa Zertifizierung“ der „Organisaion für die Sicherheit von Schleifwerkzeugen“ tragen.
Ein beschädigter oder unvollständiger Winkelschleifer darf nicht verwendet werden. Die erforderliche persönliche Schutzausrüstung umfasst in der Regel Augen- und am besten auch Gesichts- und Gehörschutz, Staubmaske und Schutzhandschuh. Auch das Tragen einer Spezialschürze – zum Beispiel bei Funkenflug – kann im individuellen Fall erforderlich sein.
Gefahren und Belastungen
Mechanische Gefährdungen entstehen durch Kontakt mit Schleifkörpern etwa bei Rückschlag. Funken oder Splitter können Augen- oder Gesichtsverletzungen verursachen. Von heißen Werkstückoberflächen geht ebenso eine akute Gefahr aus wie von spannungsführenden Teilen infolge von elektrisch leitenden Ablagerungen im Gerät oder beschädigten Anschlussteilen. Lärm, Vibrationen und die Exposition gegenüber Schleifstäuben können die Gesundheit beeinträchtigen. (go)
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